Maßgeschneiderte Veress-Nadeleinführungsstrategien für verschiedene Körpertypen und Krankengeschichten
Jun 18, 2026
https://en.wikipedia.org/wiki/Veress_needle
Tatsache ist: Es gibt keine Veress-Nadeleinführungsmethode, bei der „ein-Winkel-überall funktioniert.“
Die in Lehrbüchern gezeigten Diagramme der Nabelpunktion sind immer sauber und unkompliziert - Eine Nadel wird schräg eingeführt und die Bauchhöhle öffnet sich plötzlich. Aber in Wirklichkeit ist der menschliche Körper so: Manche Menschen haben dünne Bauchwände wie eine Schicht nasses Papier (die Aorta berührt fast das Bauchfell), manche haben bis zu 10 cm dickes Unterhautfett (der Nabel wird tief in das Fettmeer gezogen) und manche haben ihren Bauch mit alten chirurgischen Verklebungen umhüllt, die von früheren Operationen übrig geblieben sind. Alle mit der gleichen Technik zu behandeln bedeutet, die Sicherheit des Patienten dem Glück zu überlassen.
BMI-Schichtung: Anatomische Orientierungspunkte verschieben sich mit dem Körpergewicht
➤ Normal-/untergewichtige Patienten (BMI < 25)
Kernrisiko: Die tiefen großen Blutgefäße liegen zu nahe beieinander.
Direkt unterhalb des Nabels befindet sich genau die Stelle der Bifurkation der Bauchaorta (ungefähr auf Höhe von L4). Bei dünnen Patienten gibt es weniger retroperitoneales Fett und der Abstand von der Aortenbifurkation zur Innenseite der Nabelwand kann nur 1–2 cm betragen. An dieser Stelle:
Mithilfe einer Handtuchklemme muss die Bauchdecke kräftig angehoben werden, um künstlich einen Sicherheitsabstand herzustellen.
Der Nadeleinstichwinkel sollte auf 45 Grad eingestellt und zum Kreuzbein hin geneigt sein, damit der Nadelweg einem „nach innen gerichteten Bogen“ auf der Sagittalebene folgen und die tiefen Gefäße in der Mittellinie vermeiden kann.
Es ist strengstens verboten, einen vertikalen Schub von 90-Grad ohne Anheben auszuführen – das wäre eine direkte Abkürzung zur Aorta.
Klassische Regel: Dünner Patient=hoch heben, flach anwinkeln, langsam vorgehen.
➤ Übergewichtige/fettleibige Patienten (BMI 25–35+)
Hauptrisiken: Nadellänge unzureichend + Nadelweg weicht innerhalb der Fettschicht ab + Anatomische Orientierungspunkte „sinken“ nach unten.
Untersuchungen zeigen, dass sich die Position der Aortengabelung relativ zum Nabel bei steigendem BMI tatsächlich „nach oben verschiebt“. - Bei adipösen Frauen kann die Gabelung 2–3 cm über dem Nabel liegen, was den Nabel zu einem relativ sicheren unteren Eintrittspunkt macht.
Strategieumkehr:
Der Nadeleinstichwinkel wird näher an eine vertikale 90-Grad-Position (ca. 70–90 Grad) angepasst, da die dicke Unterhautschicht von Natur aus geneigt ist. Ein zusätzlicher scharfer Schnitt würde lediglich dazu führen, dass die Nadel im Fett „schwimmt“ und ihre Richtung ändert.
Es wurde eine längere Spezifikation der Veress-Nadel (120–150 mm) gewählt, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich in die Bauchhöhle eindringen kann, anstatt im prä-peritonealen Bereich anzuhalten.
Der Nabelschnitt erfordert möglicherweise eine tiefere stumpfe Dissektion, um die fasziale sensorische Oberfläche zu erreichen.
➤ Extreme Abmagerung (Abmagerung < 18)
Dies ist einer der gefährlichsten Subtypen - mit fast keiner Fettpolsterung zur Polsterung, der Darmschlauch kann direkt am hinteren Peritoneum anhaften.
Es wird dringend empfohlen, die offene Hasson-Methode als Alternative in Betracht zu ziehen oder zumindest eine Ultraschalluntersuchung der Darmfreiheit durchzuführen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Das Zurückziehen muss gründlicher erfolgen und das Einführen der Nadel sollte „progressiv“ erfolgen (ein kleiner Einstich → Stopp → Wahrnehmung → dann erneut einführen).
Vorgeschichte der Bauchchirurgie: Die unsichtbaren Fallen von Adhäsionen
„Ich mache einfach einen kleinen Schnitt am Nabel. Wäre das nicht in Ordnung?“ - Hinter dieser Aussage verbergen sich zahlreiche Fälle von Dünndarmperforationen.
Die Regel lautet:
Anamnese eines tiefen Mittellinienschnitts (Kaiserschnitt im Unterbauch, Appendektomie, Zystektomie) → Deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit von Verwachsungen unterhalb des Nabels → Erhöhtes Risiko einer blinden Veress-Nabelpunktion.
Oberbauchoperationen in der Anamnese (partielle Gastrektomie, Cholezystektomie über die obere Mittellinie) → Gefährlicher im Bereich oberhalb des Nabels.
Reaktionsstrategien:
Ansatz nach Palmer: Etwa 3 cm unterhalb der Mittellinie des linken Schlüsselbeins wird diese als alternative Punktionsstelle verwendet und der vermutete Adhäsionsbereich in der Mittellinie umgangen. Dabei muss sichergestellt werden, dass der Magen nicht übermäßig überdehnt ist (präoperative Magensondeneinlage zur Dekompression).
Das Prinzip, Narben um mindestens 3 cm zu vermeiden.
Zentren mit den erforderlichen Voraussetzungen führen präoperativ eine Ultraschall- oder CT-Untersuchung des Abdomens durch, um die Lage von Verwachsungen/Hernien in der Bauchdecke zu bestimmen.
Kurzanleitung für spezielle Bevölkerungsgruppen
Erster chirurgischer Eingriff / normaler BMI ✅ Standardprotokoll 45 Grad + Heben + Drei-Stufen-Überprüfung Fettleibig (BMI > 30) ✅ Machbar, erfordert aber eine längere Nadel ≈ 90 Grad vertikal + längere Nadel + Sicherstellen einer echten Penetration Extrem abgemagert ⚠️ Vorsicht: vorsichtiges Heben oder Wechsel zu Hasson. Vorgeschichte mehrerer Unterbauchoperationen ❌ / ⚠️ Nicht empfohlen für Nabelschnur-Palmer-Punkt oder Hasson Schwangerschaft (2./3. Trimester) ❌ Vermeiden Sie unbedingt eine Nabel-/Mittellinien-Blindpunktion → Ultraschall-geführter abdominaler Zugang oder Hasson Großer Bauchwandbruch ❌ Hasson oder gerichteter Zugang weg vom Bruchsack
Komplikationsspektrum: Wenn Sie wissen, wie sie aussehen, können Sie sie im Voraus erkennen
Auch wenn die Technik korrekt ist, muss sich das inhärente Risikoprofil der Veress-Nadel jedem Bediener im Gedächtnis einprägen:
Gefäßverletzung (<0.5% but potentially fatal): The most common type is the inferior epigastric artery (deviating off the midline), iliac vessels (needle angle too steep and too deep), and rare cases involve the aorta/IVC (not pulled out + vertical sharp insertion).
Darmperforation: Sie tritt häufig auf, wenn die anhaftenden Darmschlingen an der Einstichstelle festgeklemmt werden.
Subkutanes Emphysem: Die Nadelspitze zieht sich in den präperitonealen/subkutanen Raum zurück, wird aber nicht erkannt → weiter aufpumpen → Gas breitet sich in der Faszienschicht aus → Gesichtsschwellung, mediastinales Emphysem und Beeinträchtigung der Belüftung.
Gasembolie (extrem selten ≈ 1/100.000): Wenn die Nadelspitze in einen venösen Ast eindringt und einen hohen CO₂-Fluss abgibt → plötzlicher Abfall von SpO₂, ETCO₂ und Kreislaufkollaps → sofort die Gaszufuhr stoppen, Linksseitenlage einnehmen und Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen.








