Historische Ursprünge der Veress-Nadel – von der Tuberkulosetherapie bis zum Grundstein der modernen minimalinvasiven Chirurgie
Jul 12, 2026
https://en.wikipedia.org/wiki/Veress_needle
Hinter der Brillanz der modernen minimalinvasiven Chirurgie steht ein Pionier aus Ungarn-Dr. János Veress. DerVeress-Nadel, heute unverzichtbar im Operationssaal, wurde ursprünglich nicht für die Laparoskopie konzipiert, sondern um die gewaltigen Herausforderungen bei der Behandlung von Lungentuberkulose in den 1930er Jahren zu lösen. Um spontane Pneumothoraces bei Patienten mit fortgeschrittener Tuberkulose zu lindern, benötigten Ärzte eine Methode zur regelmäßigen Dekompression des Pleuraraums. Herkömmlichen Trokaren fehlten jedoch Schutzmechanismen, was häufig zu Rissen im fragilen Lungenparenchym und zu schweren iatrogenen Verletzungen führte. Im Jahr 1938 entwarf Dr. Veress mit bemerkenswerter Einsicht eine Punktionsnadel mit einem federbelasteten stumpfen Mandrin. Beim Durchqueren der Pleura parietalis entfaltete sich der Mandrin unter Federspannung, schützte die scharfe Spitze und verhinderte auf geniale Weise ein direktes Eindringen in die Lunge. Dieses Design wurde als großer Fortschritt in der Thoraxchirurgie gefeiert, da es die Verfahrenssicherheit erheblich verbesserte.
Als sich das Rad der Geschichte drehte, entstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die laparoskopische Technologie und entwickelte sich weiter. Die größte Herausforderung für Chirurgen bestand darin, die geschlossene Bauchhöhle sicher zu insufflieren, um ein operatives „Pneumoperitoneum“ zu schaffen. Frühe Techniken mit offenem Zugang (Hasson-Methode) waren zwar sicher, erforderten jedoch größere Einschnitte und Fasziennähte, waren jedoch zeitaufwändig und für eine schnelle diagnostische Laparoskopie schlecht geeignet. Zu diesem Zeitpunkt bewertete die medizinische Gemeinschaft die Erfindung von Dr. Veress neu. Überraschenderweise erwies sich diese „Sicherheitsnadel“ aus der Thoraxchirurgie nach Modifikation als ideal für den Zugang zum Bauchraum. -Sie konnte dichte Schichten der Bauchdecke durchdringen und schützte dabei über ihren Federmechanismus den Darm und die Gefäße im Bauchraum beim Eindringen in die „leere“ Bauchhöhle.
Damit vollzog die Veress-Nadel ihren historischen Übergang von der Thorax- zur Allgemeinchirurgie. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Technologie entscheidenden Weiterentwicklungen unterzogen. Frühe Nadeln verfügten nicht über präzise Tiefenmarkierungen, was Chirurgen dazu zwang, sich auf ihre Erfahrung zu verlassen-ein gefährliches Unterfangen bei adipösen Patienten. Moderne Veress-Nadeln verfügen über klare Zentimeter-{4}Abstufungen. Die Längen wurden in eine Reihe von 80 mm bis 150 mm variiert, um unterschiedlichen Patientenmorphologien und spezifischen Bedürfnissen (z. B. pädiatrische oder spezielle Positionierung) Rechnung zu tragen. Eine weitere entscheidende Entwicklung war die präzise Positionierung desSeitenanschluss. Ursprüngliche Entwürfe hatten nur eine distale Öffnung, was häufig zu einem subkutanen Emphysem (Gas in Gewebeebenen) oder einer Gasembolie (Gas in Gefäßen) führte. Moderne Designs verlagern den Insufflationsanschluss strategisch etwa 1–2 cm proximal zur Spitze und schaffen so ein „Sicherheitsfenster“. Sobald die Spitze das Peritoneum durchquert, ruht der seitliche Anschluss sicher in der Bauchhöhle und stellt so sicher, dass CO₂ zentral zugeführt wird, wodurch das Komplikationsrisiko drastisch verringert wird.
Darüber hinaus führten Materialinnovationen zu einer breiten Akzeptanz. Der Übergang von Kohlenstoffstahl zu medizinischem-Edelstahl 304 und 316L führte zu einer exponentiellen Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit, Härte und Biokompatibilität. In Verbindung mit moderner Präzisionsfertigung -CNC-Schleifen und Elektropolieren- sank die Oberflächenrauheit auf den Mikrometerbereich, was den Einfügewiderstand deutlich senkte. Ob bei gynäkologischen Zystektomien, allgemeinchirurgischen Cholezystektomien oder urologischen Nephrektomien, die Veress-Nadel bleibt der Goldstandard für die Anlage eines Pneumoperitoneums. Es verkörpert den Wandel von der „Makrochirurgie“ zur „Mikrochirurgie“ und stellt den unverzichtbaren „ersten Schnitt“ dar. Wenn man seine Geschichte versteht, erkennt man, dass jede Design-Nuance-von der Federspannung bis zur seitlichen-Anschlussposition- das Ergebnis unzähliger klinischer Erfahrungen und technologischer Verbesserungen ist, die durch ein zentrales Ziel vereint sind: die Maximierung der Patientensicherheit unter blinden Bedingungen.








