Wie die Veress-Nadel zum Goldstandard für die laparoskopische Chirurgie wurde
Jun 17, 2026
https://en.wikipedia.org/wiki/Veress_needle
Im Bereich moderner chirurgischer Eingriffe hat die laparoskopische Technologie mit ihren Merkmalen der minimalinvasiven und schnellen Genesung den traditionellen offenen chirurgischen Ansatz völlig verändert. Am Anfang dieser Revolution stand ein scheinbar einfaches, aber entscheidendes Instrument - die Veress-Nadel. Es war nicht nur der erste „Schlüssel“ zum Zugang zur Bauchhöhle, sondern auch der Grundstein für die Einrichtung eines Pneumoperitoneums. In diesem Artikel wird die Geschichte der Veress-Nadel nachgezeichnet und analysiert, warum sie zum unerschütterlichen „Goldstandard“ in der laparoskopischen Chirurgie geworden ist.
I. Hintergrund der Geburt: Von der Tuberkulosebehandlung zur laparoskopischen Revolution
Die Veress-Nadel wurde 1938 vom ungarischen Arzt János Veress erfunden. Ursprünglich war ihr Design nicht für laparoskopische Eingriffe gedacht, sondern eher für sicherere Thoraxpunktionen, um Flüssigkeit oder Gas aus der Pleurahöhle von Tuberkulosepatienten abzuleiten. Damals neigten die Punktionsnadeln dazu, das Lungengewebe zu schädigen. Dr. Veress führte auf innovative Weise einen stumpfen Innenkern mit einem Federschutzmechanismus ein. Sobald die Nadelspitze die harte Brustwand durchdrang, sprang der innere Kern sofort heraus und schützte so das darunter liegende Lungengewebe wirksam.
Dieses geniale Designkonzept wurde mehrere Jahrzehnte später von den Pionieren der laparoskopischen Chirurgie erkannt. In den 1980er Jahren, als die laparoskopische Cholezystektomie populär wurde, bestand die zentrale Frage darin, wie man ein Pneumoperitoneum sicher anlegen kann. Die traditionelle offene Pneumoperitoneum-Methode war sehr invasiv, während der direkte Einsatz scharfer Punktionsgeräte extrem hohe Risiken birgt. Die Veress-Nadel mit ihrem einzigartigen Federschutzmechanismus löste diesen Widerspruch perfekt und wurde schnell in den laparoskopischen Bereich eingeführt und wird seitdem verwendet.
II. Struktur und Prinzip: Geniales „Dual Insurance“-Design
Wie in den Materialien angegeben, ist die Struktur der Veress-Nadel zwar nicht komplex, ihr Design jedoch äußerst genial. Es besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:
- Außenkanüle:Ein scharfes, hohles Metallrohr, meist aus rostfreiem Stahl, mit guter Härte und Schneidkraft, das das Eindringen in verschiedene Schichten des Bauchgewebes erleichtert. Seine Länge liegt typischerweise zwischen 80 mm und 150 mm und der Außendurchmesser liegt zwischen 2,5 mm und 5 mm, um der Dicke der Bauchwände von Patienten unterschiedlicher Größe gerecht zu werden.
- Innerer Kern (Obturator):Eine Sonde mit stumpfer-Spitze und Federmechanismus. Im natürlichen Zustand ragt der stumpfe Innenkern aufgrund der Druckkraft der Feder über die Spitze der Außenkanüle hinaus.
- Federmechanismus und Ventil:Dies ist der Kern der Veress-Nadel. Wenn die Nadelspitze auf die Haut drückt, muss ein gewisser Druck ausgeübt werden, um den Federwiderstand zu überwinden, wodurch sich der innere Kern zurückzieht und die scharfe Spitze der äußeren Kanüle für die Punktion freigelegt wird. Sobald die Bauchdecke durchdrungen ist und in die Bauchhöhle eindringt, verschwindet der Widerstand und die Feder drückt den stumpfen Innenkern sofort heraus, sodass er wieder die scharfe Spitze der Außenkanüle bedecken kann. Darüber hinaus ist das Nadelende mit einem Einwegventil zum Anschluss der Pneumoperitoneum-Maschine zur Injektion von Kohlendioxidgas ausgestattet.
III. Gründe für die Ernennung zum „Goldstandard“
Die Veress-Nadel wird seit Jahrzehnten verwendet und ist weltweit weit verbreitet, vor allem aus folgenden Gründen:
- Hohe Sicherheit:Der Federschutzmechanismus ist das bemerkenswerteste Merkmal. Während des Punktionsvorgangs kann die unbeabsichtigte Schädigung lebenswichtiger Organe wie des Darms und der großen Blutgefäße in der Bauchhöhle minimiert werden. Selbst wenn der Darmtrakt versehentlich berührt wird, kann der stumpfe Innenkern für Puffer und Schutz sorgen und die Stichverletzung auf ein Minimum reduzieren.
- Minimales Trauma:Im Vergleich zur offenen Hasson-Methode, bei der die vordere und hintere Hülle des Musculus rectus abdominis durchtrennt werden muss, erfordert die Veress-Nadel nur einen winzigen Einschnitt von etwa 2 bis 5 Millimetern, um die Punktion abzuschließen. Es verursacht nur minimale Schäden an den Bauchwandmuskeln und Faszien, was zu weniger postoperativen Schmerzen und einer schnelleren Heilung führt.
- Hohe Effizienz:Der Betriebsprozess ist standardisiert und die Lernkurve ist relativ kurz. Erfahrene Chirurgen können die Punktion innerhalb weniger Sekunden abschließen und mit dem Aufblasen beginnen, wodurch die präoperative Vorbereitungszeit erheblich verkürzt wird.
- Niedrige Kosten:Die Veress-Nadel besteht normalerweise aus wiederverwendbarem Edelstahlmaterial. Obwohl es auch Einwegprodukte gibt, sind die Gesamtkosten deutlich geringer als bei anderen komplexen Punktionsgeräten.
IV. Zusammenfassung und Ausblick
Von der Brustpunktionsnadel zur Behandlung von Tuberkulose bis zum „Pionier“ der laparoskopischen Chirurgie hat die Entwicklung der Veress-Nadel die Entwicklung der minimalinvasiven Chirurgie miterlebt. Obwohl in den letzten Jahren neue Geräte wie optische Punktionsgeräte und visuelle Punktionsgeräte auf den Markt gekommen sind, die eine direktere visuelle Führung bieten sollen, bleibt die Veress-Nadel aufgrund ihrer einfachen, zuverlässigen, niedrigen -Kosten und hohen -Sicherheitsvorteile immer noch die bevorzugte Methode für die meisten laparoskopischen Operationen. Es handelt sich nicht nur um ein Werkzeug, sondern vielmehr um eine chirurgische Philosophie, die sich bewährt hat - und größtmögliche Sicherheit bei geringsten Kosten bietet. Für jeden Chirurgen, der laparoskopische Operationen durchführen möchte, ist das Verständnis und die Beherrschung der Verwendung der Veress-Nadel der erste und wichtigste Schritt, um die Tür zur minimalinvasiven Chirurgie zu öffnen.








